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Kein Haus Weniger

Soli-Gala


So 16

Februar

2020

Einlass: 18:00

Beginn: 19:00

KeinHausWeniger! – Eine Gala zu Ehren aller bedrohten linksalternativen Projekthäuser, Initiativen, Freiräume, Platten und Clubs.

Es erwartet euch ein vielfältiges Programm: Musik, Redebeträge, Performances, Theater, Küfas, Kunst, Tanz und vieles mehr. Der Eintritt ist auf Spendenbasis und der Festsaal Kreuzberg ist für Rollstuhlfahrer*innen geeignet.

Kinder unter 14 Jahren können in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person teilnehmen. Kinder erwünscht.

Wir freuen uns auf euch!

No house Less! – A gala in honor of all threatened left alternative project houses, initiatives, open spaces, trailer villages and clubs.

A varied program awaits you: music, speeches, performances, theater, Küfas (kitchen for all), art, dance and much more. Admission is on a donation basis and the Festsaal Kreuzberg is suitable for wheelchair users.

Children under the age of 14 can be accompanied by a legal guardian. Children wanted.

We look forward to seeing you!

Kein Haus weniger! (engl. below)

Ohne seine alternativen Haus- und Kulturprojekte wäre Berlin lediglich die Stadt, in der mal die Mauer stand. Sie wäre sozial, politisch und kulturell um Vieles ärmer.

Tausende Menschen finden in Hausprojekten bezahlbaren Wohnraum ohne Angst vor Verdrängung haben zu müssen; Menschen, die anderswo diskriminiert werden, finden hier ein sicheres Zuhause. Die Häuser und Projekte bieten eine elementar wichtige Infrastruktur für ihre Nachbarschaften. Hier finden sich Räume für Mietberatungen, politische Vernetzung, kulturelle Veranstaltungen und Orte zum Verweilen ohne Konsumzwang.

Die Geschichte der Besetzungen in Berlin ist eine Erfolgsgeschichte. Ab Ende der 1970er Jahre verhinderten zahlreiche Instandbesetzungen die so genannte “Kahlschlagsanierung”, also den Komplettabriss des Kreuzberger Kiezes “SO36″. 1981 waren 168 Häuser in Berlin besetzt, davon 86 in Kreuzberg. In den folgenden Jahren konnten durch die Besetzungswelle und die enormen Mobilisierungen die bestehende Bausubstanz und die kleinteilige Kiezkultur Kreuzbergs bewahrt werden. Berlinweit wurden bis zu 100 der besetzten Häuser „legalisert“, viele von ihnen erhielten für ihre Sanierung Gelder aus dem Senatsprogramm „Bauliche Selbsthilfe“. Auch heute noch sind Genossenschaften und Selbstverwaltung, wie sie bspw. das Mietshäusersyndikat fördert, der sicherste Schutz vor Mieterhöhungen und Verdrängung.

Eine nächste Besetzungswelle belebte ab 1990 unzählige leerstehende und verfallene Häuser in Ost-Berlin. Nach einer Verhandlungsoffensive standen Verträge für etwa 100 Häuser in Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain. Die alternativen Projekte prägten und prägen bis heute den Charakter ihrer umliegenden Viertel.

Stadtmarketing, Ferienwohnungsplattformen und Immobilienkonzerne bedienen sich der Berliner Subkultur des widerständigen und alternativen Lebens für den Verkauf eines rebellischen Images. Dem widersprechen wir entschieden: Wir sind nicht die Fassade eures Verwertungsmarktes. Wir sind der lebendige Beweis dafür, dass sich selbstbestimmtes Leben und soziale Räume nicht mit, sondern nur gegen Profitinteressen durchsetzen lassen. Wir sind die Vorboten einer besseren Zukunft als solidarische Stadt. Dass nun immer mehr Projekte auf die Straße gesetzt werden sollen, werden wir nicht akzeptieren.

Wir sagen: Jetzt ist Schluss! Kein Projekt, kein Haus weniger!

Während Berlin sich als queere Hauptstadt inszeniert, wird ein queerfeministisches Hausprojekt rausgeschmissen. Schluss damit!
Liebig34 bleibt!

Während Berlin dringenden Bedarf an Angeboten für Jugendliche und Sozialeinrichtungen hat, sieht man zu, wie die zwei ältesten selbstverwalteten Jugend- und Sozialzentren verdrängt werden. Schluss damit!
Potse bleibt! Gebt dem Drugstore seine Räume zurück!

Während bezahlbarer Wohn- und Gewerberaum immer knapper wird, stehen mit der Lause und der Køpi wichtige alternative Wohn- und Projektorte unmittelbar vor einem erneuten Verkauf und damit einer ungewissen Zukunft.
Køpi bleibt! Lause bleibt!

Viele unserer eigenen Geschichten zeigen, dass aus Besetzungen u.a. Projekte solidarischen Zusammenlebens, Netzwerke für soziales Engagement in den Nachbarschaften und unkommerzielle Räume für Initiativen und Vereine entstehen. Dennoch wird die Aneignung und Nutzung von Leerstand zwanghaft binnen 24 Stunden mit Polizeigewalt geräumt. In Städten wie Zürich müssen Eigentümer*innen von Leerstand nachweisen, dass sie aktuell konkrete Vorhaben mit den Gebäuden umsetzen, andernfalls müssen sie Besetzungen dulden.
Gebt der G17a ihre Wohnung zurück! Alle von Rausschmiss bedrohten Hausgemeinschaften bleiben!

Wenn neue gastronomische Einrichtungen öffnen, ist das Angebot oft touristisch ausgelegt und für viele Berliner*innen schlicht längst nicht mehr erschwinglich. Langjährige Kneipen, die häufig kollektiv betrieben werden und vom Ausschank abgesehen oft auch Raum für nachbarschaftliche Vernetzung, Sozialberatung und politische Veranstaltungen bieten, werden hingegen rausgeschmissen. Schluss damit!
Syndikat und Meuterei bleiben! Gebt der Friedel54 ihren Laden zurück! Sicherheit fürs K-Fetisch!

Während alternative Lebensweisen mit Wagenplätzen selbstbestimmte Orte zum Wohnen und Arbeiten finden, sind diese immer stärker von Verdrängung bedroht. Schluss damit!
SabotGarden und alle Wagenplätze bleiben! Ein Areal für die DieselA!

Alternative Projekte sind ein zentraler Bestandteil für eine vielfältige und lebendige Stadt. Wir waren schon hier als die Kieze und Stadtteile noch nicht aufgehübscht und vermarktet wurden. Wir waren vielerorts da, wo die Benachteiligten und Unterprivilegierten ihrem Schicksal überlassen wurden. Und wir werden jetzt nicht weichen, wo die Profitinteressen von Konzernen uns zu verdrängen versuchen.

Wer in Zeiten grassierender Mieten und niedriger Löhne untätig bleibt oder glaubt, sich angesichts eines zeitlich befristeten Mietendeckels nun zurücklehnen zu können, wenn soziale Institutionen oder Einzelpersonen ihr Zuhause verlieren, macht sich mitschuldig!

Deshalb:

– Bestandsschutz für alle sozialen und kulturellen Projekte
– wirksamer Schutz vor Verdrängung für Kleingewerbe
– Sofortige Aussetzung aller Zwangsräumungen
– Weg mit der „Berliner Linie“
– Straffreiheit für alle Besetzer*innen

Wir kämpfen gemeinsam! Wir bleiben alle!

No house less!
Without its alternative housing and cultural projects, Berlin would only be the city where the Wall stood once. Socially, politically and culturally it would be much poorer.

Thousands of people find affordable housing in projects — without the fear of repression; People who are discriminated against elsewhere will find a safe home here. The houses and other alternative projects also provide a vital infrastructure for their neighborhoods. They offer space for tenant consultation services, political networking, cultural events and places to stay without the pressure to consume.

The history of occupations in Berlin is a success story. From the end of the 1970s, numerous „maintenance occupations“ prevented the so-called „clear-cut restoration“, in other words the complete demolition of Kreuzberg’s neighborhood „SO36“. In 1981, 168 houses were occupied in Berlin, 86 of them in Kreuzberg. Thanks to the ensuing wave of occupations and the enormous mobilizations the existing basic structure of the buildings and the small sectioned neighborhood culture of Kreuzberg were preserved. Together, up to 100 of the occupied houses in Berlin were „legalized“, many of them received funds for their refurbishment from the Senate program „Building Self-Help“. Even today, cooperatives and self-administration, such as those promoted by the Mietshäusersyndikat, are the safest protection against rent increases and displacement.

A new wave of occupations revived innumerable vacant and dilapidated houses in East Berlin from 1990 onwards. After a negotiation offensive, contracts stood for about 100 houses in Prenzlauer Berg, Mitte and Friedrichshain. The alternative projects have shaped and continue to shape the character of the surrounding districts to this day.

City marketing, holiday apartment platforms and real estate companies make use of the Berlin subculture of resistive and alternative living to sell a rebellious image. But we strongly disagree: we are not the facade of your exploitation market. We are the living proof that self-determined life and social spaces can not be enforced with, but only against interests in profit. We are the harbingers of a better future as a solidary city. We will not accept that more and more projects are to be put on the streets.

We say: It’s over now! No project, no house less!

While Berlin stages itself as a queer capital, a queer-feminist housing project is about to be kicked out. Enough!
Liebig34 stays!

While Berlin has an urgent need for youth and social services, the city watches how the two oldest self-governing youth and social centers are being displaced. Enough!
Potse stays! Give Drugstore back their rooms!

While affordable residential and commercial space is becoming increasingly scarce, important alternative residential and project locations such as Lause and Køpi are on the verge of being resold and thus facing an uncertain future.
Køpi stays! Lause stays!

Many of our own stories show that projects of solidary cohabitation, networks for social engagement in the neighborhoods and non-commercial spaces for initiatives and associations emerge from occupations. Nevertheless, the appropriation and utilization of vacancy is compulsively evicted within 24 hours with police violence. In cities such as Zurich, owners of vacancies must prove that they are currently implementing concrete projects with their buildings, otherwise they have got to accept possible occupations.
Give the G17a their apartment back! All house communities threatened by expulsion remain!

The offer of new opening gastronomic facilities is usually designed for tourists and simply no longer affordable for many Berliners. Long-standing Pubs though, which are often run collectively and in many cases provide space for neighborly networking, social counseling and political events, are getting thrown out. Enough!
Syndikat and Meuterei remain! Give Friedel54 back their shop! Safety for K-Fetish!

While alternative ways of living find self-determined places to live and work in trailer parks, they are increasingly threatened by repression. Enough!
SabotGarden and all trailer parks remain! An area for the DieselA!

Alternative projects are central to a diverse and vibrant city. We were already here when the neighborhoods and districts were not pimped up and marketed. We were there in many places where the disadvantaged and underprivileged were left to their fate. And we will not give way now that the profit interests of corporations are trying to oust us.

Those who remain idle in times of rampant rents and low wages, or who believe that they can now sit back in the face of a temporary rental cover („Mietendeckel“) while social institutions or individuals lose their homes, are complicit!

Therefore:

Protection of all social and cultural projects as well as effective protection against expulsion for small businesses
Immediate suspension of all evictions
End the „Berlin Linie“
Impunity for all occupants
We fight together! We are all staying!