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bestuhlt

Máni Orrason


Sa 14

November

2020

Einlass: 19:00

Beginn: 19:00

Endlich ist es wieder soweit: Konzerte im Festsaal Kreuzberg.

Zwar nicht wie gewohnt, aber mindestens genau so schön. Wir haben bis Ende des Jahres vier tolle, bestuhlte Konzerte von grandiosen Nachwuchskünstler*innen aus Berlin und möchten so die Möglichkeit bieten, gemeinsam unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen wieder an einem Live-Erlebnis teilhaben zu können. Ziel unseres Lineups ist es, explizit Nachwuchs-Künstler*innen aus den Bereichen Jazz/Soul/Pop eine Bühne zu bieten.

Achtung: Es werden nur 2er-Tickets für Paare oder Personen aus einem Haushalt angeboten!

 

06.11. – Footprint Project

14.11. – Máni Orrason

19.11. – CATT

09.12. – Charlotte Brandi

 

Mit freundlicher Unterstützung durch die Musicboard Berlin GmbH!

 

Wichtige Hinweise für den Besuch unserer Konzerte

  • Alle Konzerte finden unter den derzeitigen Corona-Auflagen statt
  • Es gilt die Maskenpflicht im gesamten Festsaal Kreuzberg, außer ihr befindet Euch auf Eurem Platz
  • Bitte achtet auf die ausgeschilderten Wege-Leit-Systeme mit verschiedenen Ein- und Ausgängen
  • Die Konzerte finden unter der Auflage von 1,50m Sicherheitsabstand statt und es sind 2er-Paar-Stühle aufgebaut
  • Bei Krankheitserscheinungen und Unwohlsein bitten wir euch eindringlich, vom Besuch der Veranstaltung abzusehen
  • seid solidarisch und schützt Euch und Eure Mitmenschen und habt einen schönen Abend bei uns

 

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Máni Orrason:

»Ich glaube, ich steckte in einer Art Krise«, erinnert sich Máni Orrason. »Ich fragte mich: Was soll das alles? Oder: Was hat das hier für einen Sinn, wenn wir ein paar Generationen später in der Apokalypse leben? Werde ich einfach weiter Liebeslieder schreiben, süß auf Instagram aussehen und auf das Beste hoffen? Was tue ich da eigentlich?«
Die turbulenten Entwicklungen auf der Welt haben den 22-jährigen Isländer stark beeinflusst. Seit der Veröffentlichung seiner EP »Baby Angel« in 2019 grübelte er nicht nur über die Rolle eines Musikers im Jahr 2020, sondern rang auch mit den Nachwirkungen einer Trennung.

»›Baby Angel‹ war naiver, glückseliger Natur, und ich hatte den Eindruck, meinen persönlichen Code zum Glück geknackt zu haben. Alles drehte sich dort ums Verlieben und das Drumherum, die Überwindung von Depressionen und Unsicherheit allein durch eine andere Person.«
Es fühlte sich so gut und erfüllt an und ich wusste, wo ich war.« Ein Gefühl, das sich verflüchtigte, als Máni Orrason begann, neue Songs zu schreiben. »Ich realisierte, dass eine Beziehung als äußerer Einfluss nicht in der Lage ist, einen zu reparieren. Es hat sich ein wenig wie eine Niederlage angefühlt. Du gibst alles, um etwas zu erreichen, und fasst ganz viel Zuversicht. Dann schlägt es fehl und du bleibst mit dieser Leere zurück.«

Die Überschneidung von aufrichtiger Liebe, Konsumismus und Werbung offenlegend, präsentiert sich Máni als jemand, der denen das Licht bringt, die es suchen. »In der Vergangenheit war meine Musik viel düsterer und selbstkritischer und auch Selbsthass spielte eine Rolle«, erinnert sich der Künstler.
»Ich merkte, dass ich empathischere Musik machen wollte – in einer Form, wie sie etwa für einen Teenager von Wert sein kann. Denn was würde es nützen, nur noch mehr Schmerz in die Welt hinauszutragen? Und worin besteht eigentlich die moralische Verantwortung eines Künstlers?«

Die erste Single »I Go Up« löste im Februar diesen Jahres dieses Versprechen ein und versprüht bombastische positive Energie und unerschütterliches Selbstvertrauen. Angereichert mit Pop- und Punk-Einflüssen ist sie zugleich eine Hymne für eine verlorene Jugend. »Ich wollte meinem 13- oder 14- jährigen Ich einen Song schreiben. Meine Lieblingsband damals war Green Day und ich wollte einfach einen zwei Minuten langen Fuck-you-Song aus drei Akkorden komponieren.« Die Band hatte einen großen Einfluss auf den aufwachsenden Máni. »Ich lebte auf einem Bauernhof in Island und hatte angefangen, Gitarre zu spielen. Und all das, was ich so auf YouTube fand, all diese Punkrock- und Pop-Punk-Sachen, die waren für mich eine Flucht. Ich sah darin einen Weg aus diesem Leben heraus.«
Sein Zugehörigkeitsgefühl findet Máni Orrason bis heute über das Internet und über die Musik. So entdeckte er auch Charli XCX und das Label PC Music. »Bevor ›Pop 2‹ herauskam, hatte ich Charli noch gar nicht gehört, aber in dieses habe ich mich sofort verliebt. Es hat mich absolut umgehauen; ich hatte noch nie ein Songwriting oder eine Produktion wie diese erlebt. Dadurch kam ich dann auch zu A. G. Cook und SOPHIE und Hannah Diamond. In den letzten Jahren habe ich versucht, in diesem Kosmos meine Stimme zu finden.«

Im Frühjahr diesen Jahres wurde Mánis Plan, weitere Singles und seine Folge-EP »Baby Angel Loves You« zu veröffentlichen, durch die Coronakrise jäh unterbrochen.
Wie passend, dass sich dieses harte Jahr an Mánis ursprüngliche Gedanken nahtlos anschließt:
»Ich dachte mir, wenn ich wirklich ein anständiges Leben leben möchte, dann ist meine einzige Option, zurück nach Island zu ziehen und dort ganz allein mit drei Schafen bei den Fjorden im Norden zu wohnen. Ich bin nur ein winzig kleiner Teil dieser Welt, und sollte ich einen Ausschlag geben können, dann nur durch das, was ich jetzt tue.
Meine Hoffnung ist es, außer mir selbst wenigstens irgendjemandem sonst Trost zu spenden oder Zuflucht zu geben – und sei es noch so geringfügig. Allein das zu schaffen, wäre für mich ein Erfolg.«

Nach seiner letzten Berlin-Show im Februar wird Máni Orrason am 31.10. erstmals wieder eine Clubshow in seiner Wahlheimat spielen und die Songs seiner nun für 2021 geplanten EP präsentieren.