Was klingt wie aus einem Film, ist für Holly Humberstone Realität: Die britische Singer-Songwriterin wuchs mit ihren Eltern und drei Schwestern in einem alten „Haunted House“ in England auf. Ein Haus, das die meisten Menschen wohl als gruselig empfinden würden, das für die „Deep End“-Sängerin jedoch einen Ort der Geborgenheit darstellt. In diesem außergewöhnlichen Zuhause schreibt sie die Songs für ihre Debüt-EP „Falling Asleep at the Wheel“, die 2020 erscheint. Und die sind ebenso besonders wie die Umgebung, in der sie entstanden sind. Das gilt gleichermaßen für die sechs Tracks der zweiten EP „The Walls Are Way Too Thin“, auch wenn das Songwriting diesmal woanders stattfinden musste.
Ihren geliebten Familienwohnsitz mussten die Humberstones nämlich inzwischen verlassen, da er baufällig war. Ursprünglich diente das Haus in der Grafschaft Lincolnshire als Unterkunft der Bediensteten eines nahegelegenen Schlosses. Es ist kaum verwunderlich, dass das Aufwachsen dort bis heute großen Einfluss auf Holly Humberstone und ihre Musik ausübt. Diese kann im weitesten Sinne als Popmusik kategorisiert werden, lässt sich mit diesem weitgefassten Begriff aber nicht hinlänglich beschreiben. Im Repertoire der 1999 geborenen Sängerin finden sich neben berührenden Balladen wie „Haunted House“ zahlreiche Uptempo-Nummern à la „Scarlett“. Die Palette an Emotionen, die ihre Songs transportieren, reicht von melancholisch bis euphorisch. Oft finden jedoch beide Enden dieses Spektrums den Weg in die Songs.